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Milan Houser

Text kurátora


Für  Milan Houser ist die Gruppe der aufgehängten Objekten, die kurz vor der Ausstellung in der Galerie „KabinetT.“ hergestellt wurden, ein Resultat seiner –unverborgenen- Leidenschaftlichkeit für das technische Experiment. Es geht gleichzeitig um eines der letzten Abenteuer, die er wegen eines räumlichen Werkes unternommen hat. Ich schreibe „räumliche Werke“ und spezifiziere dies nicht weiter, da ich vermute, dass es wichtig ist, eine gewisse Vorsicht zu waren. Ähnlich wie sie in seinem Schaffen Milan Houser wart.

Die phantastische Form von Milan Houser zieht an, mit was auch immer sie sich beschäftigt. Als er vor kurzem in Brünn „Arbeit auf Leinwänden“ ausstellte, war es schwer von diesen nur als von Bildern oder Objekten zu reden. In einigen fällen nämlich schüttete er Kilos von Autolack auf die Leinwände, bis sich die elastischen Leinwände in Behälter für eine riesige Menge Masse wandelten. Wann anders stellte er auf den Oberflächen der Leinwände mit sich langsam härtenden Aufgüssen pralle Säcke her bzw. lies die Lacke von der Leinwand runterlaufen, bis diese unter dem unteren Rand zu gelben Stalaktiten wurden. Die Objekte in der Galerie „KabinetT.“ Stammen der gleichen Stammeslinie ab. Houser bedeckte wegen ihnen beschichtetes Textil ( Leskim ) mit vielen Farbschichten. Als Autor hatte er unter Kontrolle wie viel von welcher Schattierung und wie er die gemischten Farben auf das Leskim aufträgt, das finale Erscheinen bestimmte in großem Maße die Interaktion der Farbe mit dem unterliegenden Material.

Die hölzernen Quader auf denen das Textil aufgespannt ist, sind bei allen Objekten gleich und so führe ich uns zur Annahme, dass diesmal Milan Houser dem traditionellen Mechanismus so nahe wie möglich sein wollte. Bei dem Anblick auf das zusammengeklebte Fell des Leskims kommt mir als wichtige Empfindung, dass wir eigentlich ein Kaschieren und eine Arrangementarbeit betrachten. Auf dem  Textil, fixiert mit einer klebrigen Schicht Farbe, können wir uns neben der Vorstellung von Minimalismus auch bestimmt an szenographische

Vorgehensweisen oder an die Zurechtmachung von Geschäftsschaufenstern erinnern. An diesen Objekten ist von Grund auf etwas unangenehmes und ich würde mich nicht zu behaupten wagen, dass dafür alleinig das ungewohnte Antreffen von dekorativen Vorgehensweisen im Bildhauerwerk verantwortlich ist. Möglicherweise wird dies durch den gänzlichen synthetischen Charakter der Verbindung von künstlichem Textil und künstlichen Färbungsmitteln hervorgerufen. Möglicherweise der Faktor, dass die endgültige Erscheinung der Oberfläche eigentlich nur die Folge einer „ Zuschlammung“ der herkömmlichen Textur ist.

Housers vorsichtiges Auftreten um „das räumliche Werk“ wurde bestimmt durch seinen Beruf bedingt. Das AAVu.A der Kunst verlies er schon vor 8 Jahren, bewarte sich aber die positive Beziehung zur Statue. Ähnlich wie viele seines gleichen, will er sich allerdings nicht mit der engen Definition dieser Disziplinen zufrieden geben. Für Bildhauerdisziplinen bemüht er sich einen Nutzen/Platz in Grenzbereichen zu finden, sei es nun ein Bild oder vielleicht – wie in diesem Falle – Textil.

 

Jiri Ptacek


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