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Ben Brix /D/

Text kurátora


Benjamin Brix SLACK MOTION

 

In der Ausstellung „Slack Motion“ von Ben Brix sind Fotografien von Einfamilienhäusern aus deutschen Dörfern zu sehen. Für den Künstler spiegeln die Häuser Persönlichkeiten wider. Nicht unbedingt die Persönlichkeiten der Bewohner der Häuser. Sie geben eher Anlass sich über die Menschen Gedanken zu machen die die Häuser besitzen, die sich um die kümmern. Die Häuser sind alle sehr penibel gepflegt und doch haben sie etwas verfallenes, altes. Es sind keine weder romantische Altbauten noch architektonisch imposant. Es sind eher steingewordene einfachste Gedanken von Gebäuden, so wie sie ein Kind zeichnen würde. Gleichzeitig sind alle Bilder Nachts entstanden und das Licht wirkt unwirklich und apokalyptisch oder gespenstisch. Man fragt sich was wohl in diesen Häusern passiert oder ob jemand dort lebt.

 

Am Ende des ersten Raumes der Ausstellung ist der Kurzfilm „Emptylands“ zu sehen. Eine Arbeit die Ben Brix zusammen mit den Künstlern Felix M. Ott und Steffen Martin aus Berlin 2013 fertiggestellt hat. Emptylands sind sinnentleerte Orte, die der Protagonist auf einer Reise durch reale Räume mit ktionalen Erinnerungen und Ho nungen füllt. Über Grenzen hinaus glaubt er sich in seiner Umgebung zu spiegeln und scha damit eine üchtige Brücke zwischen Kulturen.


Amiens, Berlin, Dhaka, Kassel und Salzburg bieten über zwei Jahre die Gelegenheit die Dre harbeiten um das ema „Flucht vor sich selbst“ zu vertiefen. Auf der Suche nach persönlicher Freiheit wird im Film dabei riskiert ein kollektives Gedächtnis zu Gunsten einer Introspektive zu verlieren. Die Frage nach Grenzen und Virtualität wird dabei stärker an den politischen und sozialen Raum gestellt als an die Akteure.


Im letzten Raum der Galerie ist eine Zwei-Kanal-Video-Installation zu sehen. Die Projektionen bestehen aus statischen Kameraaufnahmen, welche während Reisen in indische und chinesische Großstädte entstanden sind. Obwohl die Aufnahmen rein dokumentarischer Natur sind wirkt das Dargestellte oftmals inszeniert oder künstlich arrangiert. Zum Einen scheint dies daran zu liegen, dass die Bildausschnitte stets sehr sorgsam nach filmisch-ästhetischen Gesichtspunkten festgelegt wurden und so eine grosse Ähnlichkeit zu narrativem fiktionalen Film hergestellt wird.


Zum Anderen scheinen die aktuellen Sehgewohnheiten und die veränderte Medienrezeption, welche verstärkt auf amateurhafte Kameraführung in Internetvideos zurückzuführen ist, die gegenwärtig gerne in Hollywood Produktionen kopiert wird, die Glaubhaftigkeit einer statischen und exakt belichteten Aufnahme zu untergraben.
Die bewegte Kamera ist ein Mittel geworden den Betrachter durch bewusst und unbewusst eingesetzte Ungenauigkeit in das Gezeigte hineinzuziehen. Mit einer Digitalkamera oder einem Smartphone eigene Aufnahmen zu produzieren und die Realität festzuhalten ist mittlerweile fast von jedem Nutzer durchführbar. Oft wird diese Möglichkeit derart eingesetzt, dass Menschen interessante reale Ereignisse nur noch durch ihren Bildschirm vor den Augen verfolgen. Dieses Verhalten wirkt sich natürlich auch unwillkürlich positiv auf die Glaubwürdigkeit amateurhafter Aufnahmen aus. Der „fixed frame“ scheint den Zuschauer von geleiteter Emotionalisierung durch Kamerabewegung zu befreien und eine Ruhe herzustellen den Ausschnitt im Detail betrachten zu können, was bei manchen meiner Aufnahmen den Eindruck verstärkt man verfolge eine Plansequenz. Intensiviert wird dieser Eindruck der Inszenierung sicherlich durch die qualitativ hochwertige Aufnahme und in gewisser Weise auch durch die uns Europäern nichtalltäglichen Schauplätze der Videos.

 

Ben Brix (1979 geboren) arbeitet häufig mit Mitteln der Video- und Fotografie. Er ist ein geschätzter Kameramann und Videoeditor. Als Kameramann hat er bereits zum zweiten Mal dein deutschen Kurzfilmpreis gewonnen. Ben Brix hat zuerst Produktdesign an der Universität in Kassel studiert, später bei Videoart bei Bjørn Melhus. Im Jahr 2009 hat er bei Constanze Rhum zwei Semester an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert. In der Tschechischen Republik konnten wir zum ersten Mal seine Diplomarbeit beim Startpointprize im Prager DOX im Jahr 2013 sehen.
 


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